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Deutschland ist seit dem Anwerbestopp von 1973, der zur vermehrten – politisch nicht intendierten – Einreise von Familienangehörigen der „Gastarbeiter“ führte, faktisch ein Einwanderungsland, was mittlerweile auch in einem Zuwanderungsgesetz dokumentiert wird, obwohl diese Botschaft in vielen Köpfen der Einheimischen noch nicht angekommen ist. Etwa 15 Mill. Menschen, ca. 18 % der Bevölkerung, hab…
Am Beispiel einer Werbefotografie werde ich im Folgenden in exemplarischer Weise forschungspraktische Arbeitsschritte einer Bildinterpretation entfalten, die in ihrer Systematik von grundsätzlicher Bedeutung für die Weiterentwicklung von Methoden der Bild- und Fotointerpretation sind. Es handelt sich um die erste forschungspraktische Umsetzung der dokumentarischen Methode im Bereich der Bildinter…
Die für das Alltagswissen typische Haltung, sich die Welt in Gestalt binärer Oppositionen zu erklären, ist auch in der Soziologie nicht unbekannt. Hier begegnet man einem solchen Denken z.B. in der Gegenüberstellung von Mikro- und Makrosoziologie oder von qualitativen und quantitativen Methoden. Im Sinne klarer Zuständigkeiten werden die qualitativen Verfahren vielfach der Mikro- und die quantita…
ZusammenfassungIm Alltagsverständnis ist Normalität ein selten hinterfragtes Deutungsmuster. Es wird wie selbstverständlich davon ausgegangen, dass normale Handlungsweisen oder Personen von solchen unterschieden werden können, die in irgendeiner Weise außergewöhnlich, unpassend, störend, irritierend usw. sind. Normalität kommt dabei meist als Negation, als Feststellung von Abweichung, zur Sprache…
Im Rahmen der Sozialen Arbeit wird die Professionsthematik in der Regel unter dem Vorzeichen ihrer Professionalisierungsbedürftigkeit diskutiert. Diese theoretische Debatte wird – je nach Standpunkt – ergänzt mit empirischen Studien, die deutliche Defizite im Professionalisierungsprozess erkennen lassen (vgl. z. B. Ackermann 1999, Wigger/Lustig 2002; Müller 2006, Nadai und andere 2005).
Die dokumentarische Methode hat inzwischen vor allem in den Sozial- und Erziehungswissenschaften, aber auch darüber hinaus, ein breites Anwendungsfeld gefunden. Dieses reicht von der Kindheitsforschung, über die Jugend- und Geschlechterforschung, die Organisationskulturforschung bis hin zur Wissenschaftsforschung. Neben der Auswertung von Gruppendiskussionen, offenen wie biographischen Interviews…
„Wissenssoziologische Diskursanalyse“ (WDA) bezeichnet ein sozialwissenschaftliches Forschungsprogramm zur Analyse gesellschaftlicher Wissensverhältnisse und Wissenspolitiken (Keller 1998; 2001; 2003a; 2005a). In und vermittels von Diskursen wird von gesellschaftlichen Akteuren im Sprach- bzw. Symbolgebrauch die soziokulturelle Bedeutung und Faktizität physikalischer und sozialer Realitäten konst…
Womit muss man rechnen, will man politische Strategie nicht am Reißbrett entwerfen, sondern an Denk- und Praxisgewohnheiten der Politik anschließen?
In der sozialwissenschaftlichen Forschung herrscht weitgehendes Einvernehmen darüber, dass der deutsche Sozialstaat in den beiden vergangenen Jahrzehnten – der Zeit nach der Wiedervereinigung – einen Prozess strukturellen Wandels durchlaufen hat. Zwar gibt es durchaus unterschiedliche Positionierungen mit Blick auf die Frage, wie weitreichend und tiefgreifend dieser sozialpolitische Wandel gewese…
Die soziologische Innovationsforschung beschäftigt sich seit langem damit, wie es zur Entstehung und zur Verbreitung von technischen und sozialen Neuerungen kommt (Zapf 1989; Gillwald 2000; Rogers 2003; Fagerberg 2005). Bislang wurde häufig die Frage diskutiert, welche institutionellen Arrangements die Entstehung von neuem Wissen und neuer Artefakte befördern. Zahlreiche Beiträge haben den Einflu…
Die Frage nach dem Wandel von Familie und von Elternschaft muss zunächst in dieser zu allgemeinen Formulierung problematisiert werden. Die Begriffe „Familie“ und „Elternschaft“ sind soziale Konstrukte, die – je nach der gewählten theoretischen Perspektive – mit unterschiedlichen Begriffl ichkeiten beschrieben werden. Insofern konzentrieren sich die Analysen von familialem Wandel dann auf jeweils …
Unser demokratisches System funktioniert seit über 60 Jahren im Westen und seit über 20 Jahren im Osten unseres Landes. Darauf können wir stolz sein, was wir allerdings viel zu selten sind.
ZusammenfassungDie Jugendstudie »Die bunte Welt der Pfadfinderinnen und Pfadfinder in der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg« (Schulze-Krüdener 2011) macht deutlich und bestätigt zugleich, dass es (auch) kirchliche Jugendverbände zu Beginn des 21. Jahrhunderts nicht leicht haben: Schwindende Mitgliederzahlen und Nachwuchssorgen, die Rekrutierung, Schulung und Qualifizierung freiwillig tätiger M…
Wenn wir von dem Nadelöhrtheorem ausgehen, dann führt uns das zu einem grundlegenden Thema der soziologischen Theorie und Forschung. Die Differenzierung sozialer Systeme, die wir auf der Problemstufenordnung systematisieren, ist auf einfache Interaktionssysteme verwiesen, durch die sich gesellschaftliche Kommunikation und ihre Beobachtung reproduziert. Insofern setzt jede Kommunikation eine Defin…
In diesem Beitrag wird zunächst ein kurzer Überblick über grundlagen- und gegenstandstheoretische Aspekte sowie Methoden und Methodologien erziehungswissenschaftlicher Medienforschung gegeben. Im Anschluss wird näher auf einige Aspekte der dokumentarischen Methode der Interpretation in der erziehungswissenschaftlichen Medienforschung eingegangen. Am Beispiel des Themas Medien und Generation werde…
Dieser Beitrag konzentriert sich auf Fragen, die mit Kommunikationsdefiziten und-chancen im Politikvermittlungsbetrieb zu tun haben. Konkret geht es um eine an der aktuellen Forschung orientierte Bilanz zur Rolle der Medien und zur Bedeutung des Medialen für Bestand und Entwicklung der Demokratie in Deutschland.
Unter Bezugnahme auf Begriffe wie ‚Subjekt‘ oder ‚Universalität‘ fragt Judith Butler am Ende ihres Buches Haß spricht (Butler 2006) nach der Bedeutung des Eigenlebens der Begriffe für uns – eingedenk der These, dass solche Konzepte den Vorstellungen, die wir von uns selbst und von einer menschlichen Existenz haben, nicht äußerlich sind. Mit Begriffen wie ‚Subjekt‘, ‚Vernunft‘ oder auch ‚Autorität…
Wie oben dargestellt, basiert jede Interaktion auf Typisierung und Kategorisierung von AkteurInnen. Interaktion ist demnach „nicht einfach ein Medium, in dem mehr oder weniger vorsozial gedachte Personen (als ‚Frauen’ oder als ‚Männer’) mit oder auch gegeneinander handeln, sondern Interaktion stellt einen formenden Prozess eigener Art dar, weil er Zwänge impliziert, in welche die Akteure involvie…
Die seit den 1970er Jahren zunächst in den USA entstandene und sich inzwischen wachsender Aufmerksamkeit auch im deutschsprachigen Raum erfreuende Soziologie der Emotionen hat sich bislang eher randständig mit Phänomenen des Mitgefühls und Mitleids befasst. Das Spektrum der bearbeiteten Gegenstandsbereiche ist neben den vielfältigen emotionssoziologischen Frage- und Problemstellungen allgemeinere…

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